Naturphänomene auf dem Meer

Seemannsgarn - Naturphänomene auf dem Meer

Was macht sie aus, die Faszination vom weiten, offenen Meer, wo sich unser Gehirn fast automatisch auf Urlaub einstellt? Sind es die Lichter, die Farben, die einzigartigen Phänomene zwischen Himmel und Meeresoberfläche, die sich auf Hoher See in besonderer Intensität präsentieren? Lernen Sie diese Naturphänomene mit uns kennen!

Das Geheimnis des Meeresleuchtens

Als wenn Millionen von Sternen vom Himmel fallen und im Meer kleine Lichtblitze erzeugen – so wird das Meeresleuchten, das sowohl an der Küste als auch im offenen Meer beobachtet werden kann, gerne beschrieben. Seit Jahrhunderten berichten Seeleute von der plötzlich auftauchenden, wundersamen Milchsee im Indischen Ozean. Und schon Jules Verne erzählt in seinem 1870 erschienenen Roman “20.000 Meilen unter dem Meer” von Myriaden von Leuchtwürmchen, farblos und hauchdünn, die ein faszinierendes weißes Licht im Meer erzeugen. Beim Meeresleuchten glitzert jedoch nicht das Meerwasser selbst, sondern mikroskopisch kleine Algen mit so schönen Namen wie noctiluca miliaris, Nachtlaternchen, die bei Berührung Lichtsignale aussenden. Einer besonders hohen Konzentration dieser biolumineszenten Lebe-wesen begegnet man bei einem nächtlichen Bad in der Moskito Bay auf der Karibikinsel Puerto Rico. Aber auch am Strand der Nordsee kann man bisweilen beobachten, wie die kleinen Lebewesen durch die Brandung zur Sendung ihrer Lichtsignale animiert werden.

Fliegende Fische

In den tropischen und subtropischen Gewässern der Ozeane leben etwa 50 Arten Fliegende Fische. Sie sind klein, keine von ihnen wird länger als 45 cm. Auf hoher See sind sie manchmal tagelang die einzigen Lebewesen, die man auf der Wasseroberfläche zu sehen bekommt. Mit ihren flügelähnlichen Flossen sind Fliegende Fische perfekt angepasst sowohl für das Gleiten durch Wasser als auch durch Luft. Bei Gefahr erzeugen sie mit ihrer flatternden Schwanzflosse so viel Antrieb, dass sie sich einen Meter aus dem Wasser katapultieren und dann mit 30 km/h an die 400m weit davongleiten können. Mit dem Aufsetzen der Schwanzflosse lässt sich sogar geringfügig die Flugrichtung ändern. All das funktioniert jedoch nur bei spiegelglatter See. Auch bei einer Kreuzfahrt hat man die Chance diese Naturphänomene zu erleben.

Sternenhimmel in Spanien

Elmsfeuer

Flackernde Lichter, die scheinbar aus dem Nichts an Mastspitzen oder den Enden der Rahen, an Kirchturmspitzen oder sogar an den eigenen Fingern aufleuchten – von allen Naturphänomenen hat das Elmsfeuer vielleicht die unheimlichste Wirkung. Grund für diese seltenen Erscheinungen, die vor oder während eines Gewitters an exponierten Gegenständen auftreten, sind die starken Spannungsdifferenzen zwischen dem Boden und der Luft, die sich beim Herannahen einer Gewitterfront entwickeln. Der Name Elmsfeuer, Sankt-Elms-Feuer oder Eliasfeuer geht wahrscheinlich auf den heiligen Erasmus (italienisch St. Elmo), den Schutzheiligen der Seefahrer zurück. Dieser wurde in früheren Zeiten um Hilfe an-gefleht, wenn man durch einen Sturm in Not geriet.

Sternschnuppen

Während in unseren lichtüberfluteten Städten und Siedlungen selbst bei klarem Himmel meist nicht mehr als ein bis zwei Dutzend Sterne zu sehen sind, ist der von irdischen Lichtern, Staub und Dunst ungestörte Nachthimmel auf hoher See von zahllosen funkelnden Lichtpünktchen übersät. Etwa dreitausend Sterne kann man dann am nachtschwarzen Firmament erkennen. Besonders eindrucksvoll ist der Himmel zur Zeit der Perseiden, einem Meteorstrom, den die Erde auf ihrer Bahn alljährlich rund um den 12. August kreuzt. In diesem Zeitraum ist meist zwischen 2 und 4 Uhr morgens ein wahrer Sternschnuppenregen zu beobachten.

Polarlichter

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, in den langen Winternächten des hohen Nordens Zeuge dieser einzigartigen Naturphänome zu werden. Der von künstlichem Licht weitgehend unbelastete Nachthimmel über dem Meer bietet in den dunkleren Monaten beste Voraussetzungen, die tanzenden Lichtbänder des Polarlichts zu sehen. Polarlichter sind für das menschliche Auge allerdings nicht bunt, erst mit einer Kamera, die lange Belichtungszeiten beherrscht, bilden sich die rot, gelb, violett, blau oder grün leuchtenden Schlieren, ringförmigen Strahlen oder Streifen. Übrigens wird das Polarlicht nur auf der Nordhalbkugel als Aurora borealis (Nordlicht) bezeichnet, auf der Südhalbkugel heißt es Aurora australis (Südlicht).