Die Küste – Land in Sicht

Die Küste

Für See- & Kreuzfahrer ist sie das Zeichen des Ankommens: die Küste. Taucht ein schmaler Küstenstreifen am Horizont auf, haben Mannschaft, Passagiere und Waren ihr Ziel erreicht. Reisen Sie mit uns von Küste zu Küste …

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Platz 1: Mit 202.080 km Küstenlänge ist Kanada Spitzenreiter in der Welt (im Vergleich Deutschland: 2.389 km; Italien: 7.600 km; Norwegen: 25.148 km; Indonesien: 54.716 km). Betrachtet man jedoch die Küstenlänge pro m2 Fläche, sind die unbewohnten Korallenmeerinseln nordöstlich von Australien unangefochten. Die Inselgruppe liegt auf einem Seegebiet von ca. 1 Million Quadratkilometern verteilt. Bei einer Landfläche von nur 3 km2 verzeichnen sie eine gesamte Küstenlänge von 3.000 Kilometern.

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Alle Wasser eilen der Küste zu – aber Küste ist nicht gleich Küste. Bestimmte Kriterien zeichnen die verschiedenen Typen aus. Zum Beispiel ist eine Riasküste von Buchten überschwemmter Flusstäler geprägt, während bei der Canaleküste parallel zur Küste ein im Meer versunkenes Gebirge verläuft. Eine Lagunenküste ist vom offenen Meer getrennt und Schärenküsten erkennt man an ihren zahl- reichen Buchten, felsigen Landschaften und zerklüfteten Oberflächen. Während Flach- und Steilküsten nach ihrem Querschnitt definiert werden, verdanken Hebungs- oder Senkungsküsten ihre Bezeichnung ihrer geologischen Entstehung.

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“Wer nicht deichen will, muss weichen!” Diese alte Weisheit macht deutlich: Wer an der Küste lebt, muss das Wasser respektieren, darf es aber nicht fürchten. An vielen Küsten ist der Bau von Deichen nötig, um das Land und seine Bewohner vor den Wassermassen zu schützen. Allein über 1000 Kilometer Deiche schützen Deutschlands Nordseeküste.

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Hoch hinaus: Mit 589 m ist das Cabo Girão auf Madeira (Portugal) die höchste Steilklippe Europas und die zweithöchste Steilküste der Welt nach den Chingshui Klippen (720 m) an der Ostküste Taiwans. Als die schönste und zugleich unzugänglichste Steilküste weltweit gilt die von smaragdgrünen Klippen gesäumte Na Pali Küste der Insel Kauai (Hawaii). An Deutschlands Kreideküste auf Rügen ist der markanteste Punkt auf 118 m Höhe: der Königsstuhl. Ein weiterer Rekordhalter ist die fast senkrecht abfallende Meeresklippe am Kap Ennigberg der dänischen Färöer-Inseln. Sie gehört mit 754 Metern zu den höchsten senkrechten Kliffs der Welt.

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Küstengewässer genießen eine besondere Regelung bzgl. Völkerrecht, Gebietshoheit und Souveränität. Sie sind Teil des Staatsgebietes des angrenzenden Küstenstaates, der die freie Durchfahrt ausländischer Schiffe duldet, aber verlangt, dass hier seine Gesetze eingehalten werden. Nach dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 haben Küstenstaaten das Recht, ihre Hoheitsgewässer auf bis zu 12 Seemeilen auszudehnen. Ursprünglich galt die Dreimeilen-Zone. Sie geht auf den niederländischen Juristen Cornelis van Bynkershoek (1673–1743) zurück, der sich bei der Breite der Hoheitsgewässer an der Kontrollierbarkeit von Land aus durch Geschützfeuer orientierte: “Die territoriale Souveränität endet dort, wo die Kraft der Waffen endet”. Damals einigte man sich auf die ungefähre Weite eines Kanonenschusses mit einheitlich drei Seemeilen.

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Wenn in früheren Zeiten der Ausguck auf einem Schiff “Land in Sicht” meldete, war die Küste am Horizont zu sehen und die Besatzung hatte alle Entbehrungen, Gefahren und Mühen einer langen Seefahrt überstanden. Heute ist der bekannte Ausspruch fest in unserem Sprachgebrauch verankert, fern ab von Küsten und maritimer Bedeutung.

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Küstenschutz: Veränderung und Wandel zeichnen jeden Küstenmeter aus, an dem die Kraft des Meeres, des Windes und der Gezeiten nagt. Sylt verliert durch die Brandung Tag für Tag Sand und Fläche. Würde der Mensch hier nichts unternehmen, würde die Insel im Lauf der Zeit vom Meer weggespült. Außerdem ist weltweit der Lebensraum Küste durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht.

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Die Cliffs of Moher in Irland, die Amalfi-Küste in Italien oder die Wineglass Bay in Tasmanian – welche Küsten haben Sie bereits gesehen und bereist? Führen Sie doch ein Küsten-Tagebuch ein … es lohnt sich!