ENTDECKER – zu Land, zu Wasser und in der Luft

ENTDECKER - zu Land, zu Wasser und zu Luft

Sie ist die wohl bekannteste und älteste Handelsroute der Welt: die Seidenstraße – ein Karawanenweg, der China mit Europa verband, und für einen regen Austausch an Waren sowie kulturellen und geistigen Gütern sorgte. Der venezianische Händler Marco Polo (ca. 1254–1324) reiste auf ihr nach China. Marco Polo wurde vor allem durch seine umfassenden Reiseberichte über das Reich der Mitte berühmt. Aber war er auch wirklich dort? Seinem Ruf als einer der bekanntesten Entdecker der Welt hat diese ungeklärte Frage keinen Abbruch getan. 

Amerigo Vespucci (ca. 1451–1512) war ein italienischer Seefahrer und wurde zum Namenspatron eines ganzen Kontinents. In den Jahren 1499 bis 1504 nahm Vespucci an mehreren Entdeckungsfahrten teil und erforschte vor allem die Ostküste Südamerikas. Im Gegensatz zu Kolumbus und seinen Zeitgenossen erkannte er, dass es sich um einen neuen Kontinent handelte und schrieb seinen berühmt gewordenen Reisebericht darüber. Der deutsche Kartograf Martin Waldseemüller veröffentlichte 1507 eine Weltkarte, auf der erstmals Amerika als eigener und neuer Kontinent verzeichnet war. Waldseemüller benannte das neue Land auf der Karte nach Vespuccis Vornamen: America.

Als Vater der Luftschiffe gilt Ferdinand Graf von Zeppelin (1838–1917). 1899 begann er am Bodensee mit dem Bau des ersten Zeppelin-Luftschiffes. Von der Fachwelt und der breiten Öffentlichkeit wurden Zeppelins Ideen überwiegend abgelehnt und verspottet. Kaiser Wilhelm II. soll ihn sogar als den “Dümmsten aller Süddeutschen” bezeichnet haben. Aber Zeppelins unerschütterlicher Glaube an seine Idee wurde belohnt: Am 2. Juli 1900 stieg der “LZ 1” mit fünf Mann Besatzung in die Luft und drehte einige Runden über dem See. Das Zeitalter der Zeppeline hatte begonnen.

Wie ein Vogel zu fliegen – das war die Grundidee des deutschen Luftfahrtpioniers Otto Lilienthal (1848–1896). Er war wohl der erste Mensch, der es tatsächlich schaffte, den Vogelflug zu imitieren und wiederholbare Gleitflüge mit einem “Flugzeug” zu absolvieren. Im Sommer 1891 flog er bei Potsdam mit einem aus Leinwand und Weidenruten gefertigten Gleiter, dem “Derwitzer Apparat”, erfolgreich einen Hang hinunter. Heute segeln zahlreiche Hobbysportler mit Hängegleitern und Drachen nach Lilienthals Vorbild durch die Lüfte.

Er sammelte alles, was ihm bei seinen Reisen in Mittel- und Südamerika vor die Augen kam: Botanische und geologische Proben, Messdaten, Erkenntnisse über Landwirtschaft und Ethnologie, Beobachtungen zu Meteorologie und Meereskunde. Für den deutschen Forscher und Entdecker Alexander von Humboldt (1769–1859) stellte die Kombination aus Reisen und Forschen eine ideale Verbindung dar. Der Naturforscher und Weltenbummler hat sich mit seinem Namen vielfach verewigt, u.a. sind eine Lilie, ein Mondkrater und eine Meeresströmung nach ihm benannt.

Den Wettlauf im ewigen Eis gewann der norwegische Polarforscher Roald Amundsen (1872 –1928) vor seinem britischen Rivalen Robert Scott, als er am 14. Dezember 1911 als erster Mensch den Südpol erreichte. Über Wochen hatten sich die beiden Entdecker einen erbitterten Wettkampf um Ruhm und Ehre geliefert. Ebenfalls auf das Entdeckerkonto von Amundsen ist die erste Durchfahrt der Nordwestpassage von 1903–1906 zu verbuchen. Der außergewöhnliche Kapitän und Polarforscher wurde zum norwegischen Nationalheld.

Seine Verdienste für die Naturwissenschaft sind groß, denn der englische Forscher Charles Darwin (1809–1882) lieferte die grundsätzlichen Erklärungen für die Phänomene Verwandtschaft, Vielfalt und Angepasstheit der Arten, die zum großen Teil noch heute gelten. Während seiner jahrelangen Forschungsreisen in Südamerika sammelte er viele Fossilien und untersuchte lebende Tiere. 1835 landete Darwin mit der HMS Beagle auf den Galapagosinseln. Hier machte er seine entscheidenden Beobachtungen: Es gab dort Tierarten, die nirgendwo anders vorkamen. Diese Entdeckung wurde später von großer Bedeutung für seine Evolutionstheorie. Darwins Hauptwerk “Über die Entstehung der Arten” erschien erst 1859. Der Grund für die späte Veröffentlichung war seine Angst vor den Reaktionen der englischen Geistlichen und Naturwissenschaftler auf seine Theorie.

Er war ein genialer und erfolgreicher Geschäftsmann mit großem Bildungsinteresse. Seine große Leidenschaft: die Antike. Der deutsche Millionär Heinrich Schliemann (1822–1890) startete im Jahr 1868 eine Bildungsreise auf den Spuren der griechischen Antike, die ihn auch an die Westküste Anatoliens führte. Dort lernte er den britischen Diplomat Frank Calvert kennen, der den Hügel Hisarlik als möglichen Standort des alten Troja identifizierte. Im Jahr 1871 erhielt Schliemann die Grabungslizenz und begann in Hisarlik zu graben. Der Erfolg der Ausgrabungen ließ auf sich warten, bis er 1873 die sagenhafte Entdeckung Trojas machte.

Das Wasser war sein Element: Jaques Cousteau (1910–1997) stillte seine Entdecker-&Abenteurerlust in den Tiefen der Ozeane, wo er ab den 50er Jahren spektakuläre und preisgekrönte Unterwasser-Filme drehte, die das Meer und seine Bewohner einem breiten Publikum bekannt machten. Der Pionier Cousteau ließ keine Idee unversucht, um in immer größere Tiefen
abtauchen zu können. Der Meeresforscher, Filmemacher, Autor und Fotograf entwickelte die “Aqua-Lunge” zum Tauchen, baute eine “tauchende Untertasse” und bereiste mit seiner Crew und seinem Schiff CALYPSO die ganze Welt. Das Markenzeichen in seinen Filmen war stets die rote Mütze auf seinem Kopf.