Interview mit Michael Schulze – der Kopf und das Herz der PHOENIX Seereisen

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Michael Schulze ist der Kopf und das Herz der Phoenix Seereisen. Er plant Routen, sucht und findet neue Ziele und ist stolz auf seine Gäste. Hier im Interview erzählt er, wie alles zusammenhängt.

Herr Schulze, als Direktor Schiffsreisen und erfahrener Seefahrer sind Sie für die Planung der neuen Seereisen zuständig. Was macht eine tolle Route aus?
MICHAEL SCHULZE: Sie sollte möglichst verlockend für unsere sehr reiseerfahrenen Stammgäste sein, aber auch für neue Gäste große Highlights bieten. Eine Route und ihre Ziele müssen die Erwartungen der Gäste erfüllen, Abwechslung bieten und überraschen. Unsere Routen sind anders, weil sie eine ganz besondere Mischung aus großen, kleineren und exotischen Zielen beinhalten, möglichst inklusive spannender Küsten-, Fjord- oder Kanalfahrten. Durch die Größe unserer Schiffe können wir Ziele ansteuern, wo andere nicht hinkommen. Das verschafft den besonderen Aha-Moment.

Viele Routen haben sich seit Jahren bewährt. Wie finden Sie neue Häfen und Ziele für die Reisen?
Mit rund 10–30 Premierenzielen im Jahr liegen wir tatsächlich weit über dem Branchenschnitt, was neue Reiseziele anbelangt. Unsere langjährigen Erfahrungswerte, die ständige Aufmerksamkeit bei eigenen Reisen, der Austausch mit lokalen Agenturen, Hafenpartnern und mit unseren Kapitänen führen letztendlich zu einer sehr intensiven und spannenden Recherche.

Welche Hürden gibt es bei neuen Häfen und Zielen?
Neue – bisher unentdeckte Ziele – sind oft nur unter erschwerten Bedingungen zu erreichen, z.B. wegen einer engen Hafenzufahrt. Hier sind wir klar im Vorteil: Wir haben kleinere Schiffe, sehr gute Kapitäne und “expeditionsfreudige” Gäste. Sowohl unsere Gäste als auch unsere Crew haben große Freude daran, besondere Premierenziele erleben zu dürfen.

Wie reagieren die einheimischen Bewohner?
Bei kleineren Zielen ist eine viel größere und herzliche Aufmerksamkeit der Bewohner zu spüren. Sie ist praktisch der Treibstoff, um immer wieder Neues auszuprobieren. Ein Beispiel: Peñíscola an der spanischen Costa del Azahar ist ein traumhaft schönes, aber sehr offenes Ankerplätzchen. MS ALBATROS war im vergangenen Oktober das erste Kreuzfahrtschiff, das direkt vor der Altstadt ankerte und herzlich empfangen wurde. Oder Nauste im schönen Romsdalsfjord in Norwegen: Das 300- Seelendorf erfreut sich immer an unseren Anläufen. Das Dorf begrüßt unsere Gäste in Trachtenkleidung mit Infos und Souvenirständen und umsorgt sie mit Waffeln und Kaffee.

Phoenix Reisen hat sehr viele Stammgäste. Fahren Ihre Gäste auch die gleiche Route mehrmals oder suchen sie sich immer eine andere Reise aus?
Kreuzfahrten können süchtig machen. Zahlreiche Stammgäste stimmen mir hier sicherlich zu. Diese haben oft eine große Weltkarte zu Hause, auf der sie alle besuchten Orte dieser Welt mit Fähnchen markieren. So lange noch Platz auf der Karte ist, geht es sicherlich immer wieder zu neuen Destination. Viele Gäste fühlen sich aber auch an Bord unserer Schiffe (Fluss wie See) so wohl und familiär umsorgt, dass sie ihre Reisen nur mit “ihrem” Schiff und “ihrer” Crew unternehmen. Dann spielt die Route manchmal sogar eine untergeordnete Rolle. Diese Verbundenheit mit den einzelnen Schiffen und der Crew – das ist das Besondere an unseren Gästen und macht uns stolz und glücklich.

Eine Äquatorüberquerung ist für Schiffsreisende etwas ganz Besonderes. Wie muss man sich dieses Ereignis an Bord vorstellen?
Bei Phoenix wird die Äquator- und die Polarkreisüberquerung traditionell im Rahmen einer amüsanten Tagesveranstaltung gefeiert. Neptun und sein Gefolge werden an Bord erwartet, um bei Wohlwollen den Schlüssel für die Weiterfahrt in Empfang zu nehmen. Der Kapitän persönlich holt sich die Erlaubnis beim Herrscher des Meeres ein. Zuvor müssen aber zahlreiche Gäste und Crewmitglieder eine “Mutprobe” durchlaufen. Außerdem ist Opferbereitschaft wichtig, und so fallen meist auch diverse Personen ins Wasser (nicht ins Meer, sondern nur in den bordeigenen Pool). Ein Heidenspaß, den unsere Gäste nicht missen möchten. Am Ende gibt es ein reichhaltiges Barbecue, viel Bier und Neptuns Erlaubnis zur Weiterfahrt.