Wasserstraßen & Kanäle

Von A nach Z - Wasserstraßen & Kanäle

MS Albatros im Suez Kanal

A, wie

Abkürzung: Wasserwege spielen seit jeher eine strategische Rolle für Menschen, Städte und Länder: Siedlungen wurden an Flüssen gebaut und der große Handel in Hafenstädten betrieben. Da früher der Transport auf Wasserwegen einfacher war als auf dem Landweg und Menschen gerne Abkürzungen nehmen, baute man zusätzlich Kanäle, um sich das Umschiffen von Kontinenten zu ersparen und einen möglichst direkten Transportweg von A nach B und C zu schaffen.

B, wie

Bauen: Als 1859 die Arbeiten begannen, war dies das größte Bauprojekt seiner Zeit: der Suezkanal. Nach 10 Jahren Bauzeit wurde er 1869 eröffnet und verbindet seitdem das Rote Meer und das Mittelmeer und die Häfen von Suez und Port Said. Die einzigartige geographische Lage und seine Ausmaße machen den Suezkanal zu einem der bekanntesten Kanalbauwerke mit einer Länge von 193 km, einer Breite von 60 m und einer Tiefe von 20 m. Seine Durchfahrt dauert in der Regel 8-10 Stunden. Der strategisch wichtige Kanal war im Laufe seiner Geschichte immer wieder in politische Auseinandersetzungen verwickelt.

K, wie

Kilometer: Wenn Sie weltweit alle Binnenwasserstraßen abfahren möchten, brauchen Sie viel Zeit: Die schiffbare Strecke beträgt rund 600.000 Kilometer. Auch in Deutschland wären Sie lange unterwegs: Hier stehen knapp 7.500 Kilometer Binnenwasserwege und 50 schiffbare Kanäle zur Verfügung. Deutschland liegt damit im Vergleich in einer Gruppe mit Finnland (ca. 8.000 km) und Malaysia (ca. 7.200 km).

M, wie

Ministerium: Bundeswasserstraßen sind überwiegend Eigentum der Bundesrepublik Deutschland und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstellt, genauer dem Geschäftsbereich “Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes”. Es gibt aber auch “Delegationsstrecken”, die von einem Bundesland verwaltet werden, wie z.B. das Hamburger Hafengebiet.

N, wie

Nord-Ostsee-Kanal, der den internationalen Namen “Kiel Canal” trägt. Er verbindet die beiden an Deutschland grenzenden Meere miteinander und erspart Schiffen je nach Abfahrts- und Zielhafen einen Umweg von bis zu 250 Seemeilen (ca. 460 km). Der Seekanal hat auf seiner kompletten Länge denselben Wasserstand, wird aber an den beiden Enden in Brunsbüttel und Kiel durch Schleusen gegen die wechselnden Wasserstände der Nord- & Ostsee abgeschlossen.

P, wie

Panama: Den erfolgreichen Bau des Suezkanals konnte sich der Franzose Ferdinand de Lesseps auf die Fahnen schreiben. Ab 1881 verantwortete er auch den Bau des Panamakanals. Ursprünglich hatte er einen schleusenlosen Kanal vorgesehen, musste seine Pläne jedoch ändern. 1887 trat er an Gustave Eiffel heran, den Erbauer des Eiffelturms, der ihn beim Bau eines Schleusenkanals unterstützen sollte. Nach zahlreichen Fehleinschätzungen und Pannen gaben die Franzosen das Projekt aber 1889 auf. Nur ein Sechstel des Kanals war damals fertiggestellt. Ab 1902 übernahmen die Vereinigten Staaten den Kanalbau und stellten das Projekt 1914 fertig (siehe Bild).

S, wie

Schleuse: Schleusen sind die Lösung für das Problem, Höhenunterschiede auf Wasserwegen zu bewältigen. In Deutschland ist die Seeschleuse in Wilhelmshaven (auch “4. Einfahrt” genannt) Rekordhalter unter den Schleusen. Mit einem Volumen von rund 320.000 m³ ist sie auch die zweitgrößte Schleuse weltweit. Die
größte Schleuse der Welt befindet sich in Belgien: die 1989 eröffnete Berendrecht Schleuse am Ufer der Schelde zum Hafen von Antwerpen ist 500 m lang, 68 m breit und 17,7 m tief. Sie umfasst ein Volumen von rund 600.000 m³. Genug Platz, um mit einer Schleusung bis zu vier Seeschiffe und mehrere Binnenschiffe schleusen zu können.

V, wie

Vorteil: Beim Bau neuer künstlicher Wasserstraßen geht es um wirtschaftliche, strategische und auch politische Vorteile.Wer das Recht an einem Kanal besitzt, hat die Macht über sehr viele Schiffe, Waren und über das wichtigste Gut überhaupt: Zeit.

W, wie

Windmühlen: Es gibt auch Kanäle, die ursprünglich nicht für die Schifffahrt gebaut wurden. Die Niederländer bauten im 19. Jahrhundert künstliche Wasserstraßen, um Land zu gewinnen. Mit Hilfe von Kanälen und Windkraft wurden Gebiete trockengelegt. Heute sind die Windmühlen nur noch Baudenkmäler, aber die Kanäle wurden modernisiert und für den Schiffsverkehr genutzt. Zusammen mit den niederländischen Flüssen bilden sie heute das längste Wasserstraßennetz in Europa.

Z, wie

Ziel: Nach über 30 Jahren Bauzeit schloss sich 1992 die letzte Lücke: Mit der Vollendung des Main-Donau-Kanals entstand eine durchgängig schiffbare Strecke zwischen Nordsee und Schwarzem Meer. Der 171 Kilometer lange Main-Donau-Kanal ist Teil der europäischen Wasserstraße von Rotterdam nach Constanta.

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